Block von heute (19.08.)

Langsam wird es still auf dem Platz. Die Woes und Juffis sind bereits vor einer Stunde von uns gegangen. Wir haben eine leise Vorahnung, wir haben eine leise Vorahnung, dass bald auch die Pfadis nicht mehr unter uns weilen. Trauer breitet sich aus in unseren Herzen. Die Luft ist bedeckt von dichtem Rauch. Im Hintergrund hoeren wir nur noch die Kettensaege beim Zerschneiden. Ein beunruhigender Duft von Aceton macht sich breit, da den Rovern Koerperbemalungen entfernt werden. Alle sind leicht bekleidet und es herrscht eine beunruhigend ruhige sommerliche Atmosphaere. Zum Mittagessen bekamen die Rover und Mitarbeiter heisse Hunde zum Frass vorgeworfen. Ein Hauch von Maennerschweiss liegt in der Luft, der um uns herum hart erarbeitet wird. Sein Bro isst Salzstangen, jedoch lieber Haribos, damit sie noch fetter wird, sagt er. Simon zieht vor dem letzten Bild der Einwegkamera blank, was auf tiefe Abneigung stoesst. Andere vermissen schon jetzt ihren besten Freund. Angst, Beklemmung, Sonne, leicht bewoelkter Himmel, Trauer, Abschied, Essen, Nagellack, Feuer, harte Kritik, schuftende Maenner, ein Tisch, fuenf Baenke, links von uns ein tiefes Loch, hinter uns eine schwarze Wand, umringt von Baeumen. Der Transporter faehrt vor, die letzten werden abgeholt. Traenen werden unterdrueckt, Abschiedsumarmungen, Trauer, Kuesse, ploetzliche Freiheit. Wolken ziehen auf doch die Sonne gewinnt den Kampf. Jetzt ist es still auf dem Platz. Rover und Mitarbeiter koennen ihre Einsamkeit geniessen.

Copyright Alex & Wibke

Kanuhike der Rover vom 15.8. – 18.8.

1. Tag:

Die Morgenrunde und das Frühstück sind beendet und wir packen unsere letzten Sachen in die Seesäcke. Daraufhin folgt der schmerzliche Abschied von unseren Mitpfadfindern und unser Hikeabenteuer beginnt. Da nicht genug Sitzplätze vorhanden sind, begeben sich 7 Rover und 3 Mitarbeiter in den Laderaum des Transporters, um zum Startpunkt gefahren zu werden. Dort wird die vorabenteuerliche Stimmung mit singen eingeheizt. Wir teilen die Säcke und Trinkflaschen auf die Kanus auf und begeben uns auf eine rasante Fahrt mit diversen Levels. Wir müssen viele Hindernisse überqueren, wie zum Beispiel Steine und umgefallene Baumstämme und das wird dem ein oder anderen Boot auch zum Verhängnis. Es ist zwar erst der erste Tag, dennoch sind Elena und Marie nicht Herr der Lage, als sie eine schlecht gekennzeichnete Bootsübertragstelle passieren. 8 Rover und 3 Leiter werden gebraucht um das Kanu wieder richtig aufs Wasser zu bringen und weitere 5 Mitarbeiter, um die Kanus aus dem Wasser zu nehmen und zu der Einlassstelle zu tragen. Zu unserem Glück sind die Mitarbeiter immer in der Nähe, um uns aus den darauffolgenden schwierigen Situationen zu befreien. Nach etlichen Hindernissen kommen wir total erschöpft, hungrig, ausgelaugt und halb erfroren an dem „Rastplatz“ an, wo uns die Mitarbeiter und 2 Voll-Indianer begrüßen. Die Zelte werden aufgestellt, wir essen und wärmen uns am Feuer. Dann heißt es Gute Nacht und bis morgen.

2. Tag:

Nach einer langen ( und für einige kalten ) Nacht, ging es mit einem eher spärlichen Frühstück in den Tag. Die Herren Mister Margarine und Mister Käse mussten wegen der Frauenquote leider zuhause bleiben. Doch auch trocken Brot macht Wangen rot. Mit gesteigerter Motivation ging es wieder aufs Wasser, mit dem Ziel dem hindernisreichen Fluss im Urwald zu entfliehen. Immer schwierigere Level bestanden wir mit Bravur ( Level 5: über einem Baum her, Level 6: unter einem Baum her, ist Level 8 dann etwa mit Augen zu und ohne Boot?) Nach 4 Stunden kündigten jedoch laute Jubelschreie der voranfahrenden Boote den heißersehnten See an. Mit neu erworbenem Elan meisterten wir trotz Gegenwind auch diese Hürde. Etwas geschafft, aber glücklich erreichten wir unser Objekt der Begierde: unseren Schlafplatz auf einer einsamen Insel. ( Wer kann von sich behaupten schon einmal Panorama Pinkeln gewesen zu sein? Tja ihr Lieben… WIR können´s jetzt!) Mit gemütlichem Feuer und leckerem Essen ließen wir den Tag ausklingen. Ohne zu wissen, dass uns in der Nacht ein unheimliches Unwetter heimsuchte.

3. Tag:

In der Nacht suchte uns also ein unheimliches Unwetter heim. Durch das tapfere Auftreten unserer Leiter Susann und Lisa wurden unsere Boote zum Glück nicht weggeschwemmt. Denn sie gingen zweimal in der Nacht heraus, um die Boote wieder auf die Insel zu ziehen, während Julia und die restlichen Rover weiterschliefen. So konnten wir uns also nach einem besonders starken Frühstück auf zu neuen Ufern machen. Unser heutiges Ziel war ein Schwimmbad am Ende des Sees. Wir befürchteten einen harten Weg, da wir mit viel Gegenwind rechneten. Alle Befürchtungen wurden schnell in den Wind geschossen (ACHTUNG: Wortwitz!), als wir nach ca. zwei Stunden bereits am Festland ankamen. Uns erwartete ein grandioses Schwimmbad der Extraklasse. Ein lupenreiner Strand und eine Leiter, und, und, und… (naja: eigentlich nur ein Strand und eine Leiter). Unser straffer Zeitplan belief sich auf Werwolf spielen, schwimmen gehen, Eis essen, Wizard spielen, Werwolf spielen, essen, Werwolf spielen… und dann Heia Bubu machen. Es war eigentlich schon abzusehen, dass wir ihn nicht einhalten konnten. So belief es sich am Abend auf ledigliche zwei Runden Werwolf. Noch zu erwähnen wäre das liebevoll zubereitete Essen von Alex. In dieser Nacht schliefen alle gut.

4. Tag:

Da wir am Vortag soooo einen „stressigen“ Plan umzusetzen hatten, beschlossen wir, am nächsten Tag mal länger als 8 Uhr zu schlafen. Um 9 Uhr wurden wir dann jedoch aus dem Zelt von Wibke, Luca, Elena und Tine mit herzerweichendem Gesang geweckt (nicht!). Während wir gemütlich aufwachten und in den sonnigen Tag starteten, erhielt Lisa einen Anruf von Beppo, ob wir die Abholzeit nach vorne verschieben könnten. Statt um 14 Uhr sollten wir um 11.30 Uhr abgeholt werden, das hieß für uns dann doch mal aufstehen und schnell die Zelte zusammen packen. Alle freuten sich auf unser letztes Hikefrühstück: Brot mit Brot und einem kleinen Stück Salami und Brot. Achja, und Brot. Wir wurden am abgemachten Ort vom Transporter und dem Auto von Fee’s Freund abgeholt. Nachdem alle Kanus und unsere Wassersäcke verladen und verstaut wurden, kletterten elf stinkende, aber sehr glückliche Rover auf die Transporterladefläche. Alles in allem sind wir total zufrieden mit unserem Hike und sind stolz auf unsere gemeisterte Strecke, unseren Teamgeist und unsere gegenseitigen Motivations- und Aufbauarbeiten 🙂